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Astrid Lindgren - Literarisches Leben in der Schule
Ein Unterrichtsvorhaben der Klasse 4c an der Grundschule Friedrichsfehn
(Überlegungen der Klassenlehrerin Carola Junghans)
"Mit unseren Buchvorstellungen wollen wir
anderen Kindern Lust auf das Buch machen,
weil Langeweile beim Lesen nichts nützt." |
Dieses Ziel formulierten im März 2002 die Kinder der Klasse 4c gemeinsam, als sie sich ihre ersten selbst verfassten Buchvorstellungen zu ausgewählten Büchern von Astrid Lindgren in einer Schreibkonferenz gegenseitig vorstellten. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich bereits jedes Kind ein Buch von Astrid Lindgren zum Lesen ausgewählt und schon einige Stunden Lesezeit damit verbracht.
Das Thema selbst - Astrid Lindgrens Leben und Werk- in die Schule zu holen war von mir ursprünglich für einen späteren Zeitpunkt geplant. Nach intensiven Urlaubsberichten aus Schweden im vergangenen Sommer waren die Kinder jedoch sensibilisiert, als die Nachricht von Astrid Lindgrens Tod am 28.01.2002 durch die Medien ging.
Als viele Schülerinnen und Schüler mit ausgeschnittenen Zeitungsberichten in die Klasse kamen und den Wunsch selbst äußerten, gemeinsam mehr über das Leben der Autorin herauszufinden und ihre Bücher kennen zu lernen, stellte sich die seltene und wunderbare Situation ein, Lehrerinteressen und Schülerwünsche in einem Unterrichtsvorhaben zu vereinbaren und dieses gemeinsam zu planen.
Das übergeordnete Ziel der Leseförderung (vgl. Hurrelmann 1994) entstand hier über das Interesse an einer literaturschaffenden Person. Die Verknüpfung des Schülerinteresses sowohl an der Person Astrid Lindgren als auch an ihren Büchern drückte sich in den von den Kindern formulierten Forschungsfragen aus, in denen die "Biographizität" dieser Werke eine entscheidende Rolle spielte.
So fragten die Kinder einerseits z.B. nach der Anzahl der verfassten Titel, der Dicke der Bücher, dem Erscheinen des ersten und letzten Buches und andererseits nach dem Lebensweg Astrid Lindgrens, nach ihrer Kindheit, ihrer Motivation zum Schreiben und nach den biographischen Bezügen Astrid Lindgrens zu den Protagonisten ihrer Erzählungen und Geschichten.
In dieser Form der Auseinandersetzung mit der Autorin entstanden bei den Kindern Hypothesen zur Verknüpfung von biographisch erlebten und literarisch verarbeiteten Geschichten. Gibt es eine Lieblingsjahreszeit von Astrid Lindgren, wenn Ronja jedes Jahr einen lauten Frühlingsschrei ausruft? Hat Astrid Lindgren selbst in Bullerbü gelebt? Ist der Limonadenbaum bei Pippi echt? Hat Astrid Lindgren sich die Spiele von Pippi alle ausgedacht... .
Damit war eine zweigleisige Arbeit im Unterricht grundgelegt, bei der einerseits die exemplarische Auseinandersetzung jedes Kindes mit einem Buch und die damit verbundene intensive Lesearbeit im Mittelpunkt stand und auf der anderen Seite die Recherche über die Person und das Leben Astrid Lindgrens versucht wurde.
Neben einem Expertengespräch mit Matthias Blum nutzen die Kinder dazu vielfältige Medien, in besonderer Weise aber auch das Internet, mit Hilfe dessen sie weiterführende Informationen herausfinden konnten. Alle Ergebnisse wurden sichtbar an einer Wand im Klassenzimmer ausgestellt und zur Kenntnisnahme und Diskussion freigegeben.
Ergänzt wurde die Auseinandersetzung mit einzelnen Büchern im Kunstunterricht durch die Anfertigung von "Reißcollagen", bei denen zerrissenes Textmaterial in der Form eines für das jeweilige Buch entscheidenden Gebäudes montiert wurde. Durch diese Form der Gestaltung und des verfremdeten Umgangs mit Text entstand eine neue Art der Auseinandersetzung mit Astrid Lindgrens Geschichten, in der die Kinder sich kreativ und ästhetisch handelnd zum jeweiligen Buch in Beziehung setzen konnten.
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© Grundschule Friedrichsfehn
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