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Gagelstrauch (Myrica gale)

Der Gagelstrauch wächst auf den etwas trockeneren Standorten des Hochmoores.

Er ist stark verzweigt und wird bis zu 1,5 m hoch. Die Zweige sind dunkelbraun oder rötlich gefärbt. Vor Austrieb der ersten Blätter erscheinen im April die männlichen und weiblichen Blüten.

Die männlichen Blütenkätzchen sind 1 bis 1,5 cm lang und mit ihren rotbraunen Schuppen auffälliger als die kleinen weiblichen, rötlichen Blüten. Die weiblichen Blüten sehen aus wie kleine Bürsten.

Nach der Blüte erscheinen die länglich-ovalen Blätter.
männliche Blütenkätzchen weibliche Blüten Gagelstrauch vor Austrieb der ersten Blätter

Sie sind auf der Oberseite dunkelgrün und auf der Unterseite wesentlich heller. Die Blätter enthalten ein ätherisches Öl. Die Blätter, Zweige und Früchte sind mit kleinen Harzdrüsen besetzt, die dem Gagelstrauch bei Sonne einen goldenen Schimmer verleihen.

Vom Gagelstrauch strömt ein aromatischer Duft aus. An manchen Tagen kann man ihn schon aus einiger Entfernung riechen.

Die verschiedenen Teile des Gagelstrauches fanden früher vielfältige Verwendung.

Die Blätter hat man im Mittelalter als Hopfenersatz zum Würzen des Bieres verwendet.

Neben dem intensiven Geschmack hatte das Bier auch eine berauschende Wirkung.
Auch als Heilpflanze hatte der Gagelstrauch eine Bedeutung. Gagel heißt im Norddeutschen frei übersetzt: Der Strauch, der gegen krankes Zahnfleisch gebraucht werden kann.

Mit den stark duftenden Zweigen versuchte man, lästige Insekten zu vertreiben. Daher kommt der Name Flohkrut.

In Bremen wurde der Gagelstrauch Bäckerbusch genannt.

Die Bäcker sollen damit Grillen aus den warmen Backstuben vertrieben haben.
Regional gibt es noch weitere Namen für den Gagelstrauch: Beerpost, Kienpost, Noppenkraut. In einigen Regionen ist der Gagelstrauch unter dem Begriff Sumpfmyrte bekannt.