Was geschah in den Emslandlagern?

Schülerinnen und Schüler der Klasse 3b der Grundschule Friedrichsfehn stellen Fragen zur Gedenkstätte Esterwegen und zu den Emslandlagern





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Emslandlager
Als Emslandlager bezeichnet man die Konzentrationslager im Emsland und in der Grafschaft Bentheim. Es gab insgesamt 15 Emslandlager, die von 1933 - 1945 verschiedene Funktionen hatten.
  • Konzentrationslager 1933 - 1936
  • Strafgefangenenlager 1934 - 1945
  • Kriegsgefangenenlager 1939 - 1945
  • Militärstrafgefangenenlager 1939 - 1945
Die ersten drei Lager - Börgermoor, Esterwegen, Neusustrum - wurden 1933 als Konzentrationslager eingerichtet.
Ein Stacheldraht von 2 m Höhe und ein 4 m hoher Drahtverhau mit einem Zwischenraum von 4 m sicherte die Lager.


Modell des Emslandlagers Aschendorfermoor (Foto aus der Ausstellung im DIZ Papenburg) Schon bald nach der Fertigstellung wurden die Lager mit 4.000 Häftlingen belegt.

Es waren vorwiegend politische Gegner, die inhaftiert wurden.

Durch die Notverordnung vom 28. Februar 1933 - einen Tag nach dem Reichstagsbrand - konnten politische Gegner ohne Angabe von Gründen und unter Ausschaltung der Justiz in Schutzhaft genommen werden.


Im Sommer 1934 wurde das KZ-System neu geordnet. Die Lager Börgermoor und Neusustrum wurden in Strafgefangenenlager umgewandelt. Esterwegen blieb bis 1936 Konzentrationslager. Ab Januar 1937 wurde Esterwegen Strafgefangenenlager VII. Daneben gab es die Lager I Börgermoor, II Aschendorfermoor, III Brual-Rhede, IV Walchum, V Neusustrum, VI Oberlangen.

Im Jahre 1938 wurden acht weitere Strafgefangenenlager im südlichen Emsland und in der Grafschaft Bentheim errichtet: Lager VIII Wesuwe, IX Versen, X Fullen, XI Groß-Hesepe, XII Dalum, XIII Wietmarschen, XIV Bathorn und XV Alexisdorf.

Das Lager VI Oberlangen und die Lager VIII bis XI übernahm das Oberkommando der Wehrmacht im September 1939. Sie wurden bis zum Kriegsende als Kriegsgefangenenlager genutzt. Die Häftlinge der Emslandlager wurden im April 1945 von britischen, kanadischen und polnischen Truppen befreit.

(zur näheren Ansicht bitte auf die Karte klicken)
bitte klicken: Übersichtskarte über die 15 Emslandlager


Insgesamt wurden ca. 80.000 KZ-Häftlinge und Strafgefangene inhaftiert. Die Zahl der Kriegsgefangenen liegt zwischen 100.000 und 180.000, die überwiegend aus der Sowjetunion kamen, aber auch aus Frankreich, Polen, Belgien und Italien. In den Lagern Börgermoor und Esterwegen wurden außerdem 1943/1944 europäische Widerstandskämpfer, sog. "Nacht und Nebel-Gefangene" inhaftiert. Bis zu 30.000 Menschen, vorwiegend sowjetische Kriegsgefangene, kamen in den Emslandlagern ums Leben.

Hier stand das Lager Esterwegen. Lagerskizze


Die Situation in den Lagern
Die Lager bestanden in der Regel aus 10 Baracken (das Lager Esterwegen bestand aus 2 x 10 Baracken und wurde als Doppellager bezeichnet).

In jeder Baracke konnten 100 Häftlinge untergebracht werden.

Ein Stacheldraht von 2 m Höhe und ein 4 m hoher Drahtverhau mit einem Zwischenraum von 4 m sicherte die Lager.
In der Nacht wurden die Lager mit Scheinwerfern ausgeleuchtet.

Dazwischen patrouillierten schwer bewaffnte SS-Wachen.

Zudem besaß jedes Lager Wachtürme, von denen aus das Lager überwacht wurde. In der Nacht wurden die Lager mit Scheinwerfern ausgeleuchtet.

Alexander Jana und Janne


Essen im Lager
Die Verpflegung in den Lagern war sehr schlecht. Sieben Pfund Brot wurden in drei Rationen pro Woche ausgegeben. Dazu gab es etwas Margarine, sehr wenig Wurst und ein wenig Marmelade. Vor dem Abmarsch ins Moor gab es manchmal eine Graupensuppe mit Rindertalg gekocht.
Die Häftlinge haben nur zwei Mahlzeiten früh morgens und abends bekommen. Mittags haben sie ihre Brotrationen gegessen.

Die Verpflegung reichte für die schwere Arbeit nicht aus. Es fehlte an Fetten.

Durch die schlechte Versorgung waren viele Gefangene sehr geschwächt. Sie litten an Darmkatarrhen und konnten nicht arbeiten.
Leah


Hanna und Melina
Melina Hanna
Julia Janne


Arbeitsbedingungen im Moor
Henrike Die Arbeitsbedingungen in den Emslandlagern waren unmenschlich.

Die Strafgefangenen wurden für die Moorkultivierung eingesetzt.

Die Arbeitskolonnen rückten früh morgens aus und kamen spät abends zurück.


Sie mussten Entwässerungsgräben ausheben.

Jeder Gefangene musste pro Tag einen 18 m langen, 80 cm breiten und 90 cm tiefen Graben schaffen. Dabei bewegten sie 15 bis 16 Kubikmeter Torf.

Knöcheltief standen die Häftlinge im Wasser.

Wer sein Pensum nicht schaffte, wurde geschlagen.
Janne
Sven G. Moritz, Adrian und Robert


Hans Esser, Texter des Liedes "Moorsoldaten" beschreibt die Arbeiten im Moor:

"Die Gefangenen wurden zu Moorarbeiten verwendet, und zwar bestand diese Arbeit in der Anlage von Entwässerungsgräben. Die Gefangenen mussten zwei Stunden zum Arbeitsplatz marschieren und zwei Stunden wieder zurück in die Baracken. Die Arbeit war eine furchtbar schwere, die Gefangenen mussten bis zu den Knien im Wasser stehend den ganzen Tag mit schweren Schaufeln die Gräben ziehen ... bekamen aber keine Gummistiefel und keine Handschuhe, sodass sich sehr rasch Krankheiten unter ihnen ausbreiteten... Die Behandlung der Gefangenen war die denkbar härteste, die Verpflegung eine miserable."

Julia Moritz
Bekannte Häftlinge in den Emslandlagern
Friedrich Ebert *12. September 1894  † 04. Dezember 1979
Sohn des sozialdemokratischen Reichspräsidenten Friedrich Ebert
Carlo Mierendorf *24. März 1897  † 4. Dezember 1943
deutscher Politiker (SPD) und Journalist
Alfred Lemmnitz *27. Juni 1905  † 23. September 1994
war später Minister für Volksbildung in der DDR
Wolfgang Langhoff *6. Oktober 1901  † 25. August 1966
Schauspieler, Regisseur und Kommunist, Texter des Moorsoldatenliedes
Ernst Heilmann *13.04.1881 Berlin  † 03.04.1940 in Buchenwald
Sozialdemokratischer Reichstags- und Landtagsabgeordneter,
ermordet im KZ Buchenwald
Heinz Junge *01. November 1914  † 21. Oktober 2004
Dortmunder Antifaschist und Widerstandskämpfer, Mitglied der DKP Dortmund
Rudi Goguel *1908  † 06.10.1976
1930 Mitglied der KPD und revolutionären Gewerkschaftsopposition, Komponist des Moorsoldatenliedes
Felix Plewa Hamburger Widerstandskämpfer, KPD Mitglied
1943 hingerichtet in Berlin Plötzensee
Werner Finck *02.05.1902  † 31.07.1978
Gründer des politisch-satirischen Kabaretts "Die Katakombe".
1935 Verbot des Kabaretts, Inhaftierung im KZ Esterwegen.
Nach dem Krieg zahlreiche Buch- und Zeitungsveröffentlichungen,
Auftritte im Rundfunk und Film.
Carl von Ossietzky *1889  † 04.05.1938
Deutscher Publizist und Pazifist, Herausgeber der politischen Zeitschrift Die Weltbühne. 1936 Friedensnobelpreisträger, 1938 gestorben an den Folgen der Haft im KZ Esterwegen.