
| Paul Klee: Hauptweg und Nebenwege (Klasse 4c, 2004/05)
1929 entstand das Bild "Hauptweg und Nebenwege", das zu den Schlüsselwerken Paul Klees zählt. Sowohl die Bildkonstruktion als auch die kontraststarke Farbgebung in blau-orange und rot-grün folgen einem durchdachten Konzept. Zunächst arbeiteten die Schülerinnen und Schüler einige wichtige Einzelheiten des Bildaufbaus und der Farbgebung heraus, beschrieben deren Wirkung und stellten Mutmaßungen über den Titel an, den sie bis dahin noch nicht kannten. (Bitte auf die kleinen Bilder klicken, um eine vergrößerte Ansicht zu erhalten.) |
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Dann begannen sie, ein eigenes Werk unter dem Titel "Hauptweg und Nebenwege" herzustellen. Dafür skizzierten sie zunächst senkrechte Linien für die Wege und waagerechte Linien für die Felder auf das Papier. Nachdem sie sich dann für ein komplementäres Farbpaar entschieden hatten, begannen sie, die Farben für die Felder nach einem bestimmten Prinzip zu ermischen. Es galt, die Grundfarbe rein zu verwenden, sie mit Schwarz abzudunkeln oder mit Weiß aufzuhellen. Die Mischfarbe hingegen sollte in den verschiedensten Abstufungen durch Mischen mit den beiden übrigen Grundfarben aufgetragen werden.
Freigestellt war den Schülerinnen und Schülern lediglich, ob sie die Haupt- und Nebenwege oder die umliegenden Felder in der Grundfarbe oder in den Komplementärfarben gestalten wollten. Paul KleeDer deutsch-schweizerische Künstler Paul Klee (1879 - 1940) gehörte zu den wichtigsten Vertretern des Expressionismus, einer bedeutenden Kunstrichtung des frühen 20. Jahrhunderts. Expressionisten versuchten, die irrationale, phantastische Welt des Unbewussten, der Träume, des Alogischen hinter den Phänomenen zu ergründen und darzustellen. Paul Klee sagte: "Die Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar."1912 beteiligte sich Paul Klee an der zweiten Ausstellung der Künstlervereinigung "Blaue Reiter", deren Mitglieder versuchten, die bestehenden Grenzen des künstlerischen Ausdrucksvermögens zu erweitern und zu einer eigengesetzlichen Bildwelt vorzudringen. Diese Bildwelten reichten von der metaphysischen Tierwelt Franz Marcs, über die Farbphantasien August Mackes, bis zum mathematisch-musikalisch Abstrakten Wassily Kandinskys und zur märchenhaften Zauberwelt Paul Klees. 1914 reiste Paul Klee u.a. mit August Macke nach Tunesien und entdeckte die Farbe. "Die Farbe hat mich. Ich brauche jetzt nicht mehr nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn - ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler." 1920 wurde Paul Klee Lehrer am Bauhaus in Dessau, einer Schule für Architekten, Künstler und Designer. Er entwickelte eine eigene Gestaltungs- und Farblehre. 1933 musste Paul Klee zurück in die Schweiz fliehen, da die Nazis ihm die Lehrererlaubnis entzogen und seine Kunst als "entartet" beschimpften. |